PORTRAIT

"...meine Neugier lässt mich ständig um Ecken schauen!"

SELBSTPORTRAIT : DER KLEINE PAULWie viele von uns in mittleren Jahren blickt auch Paul Kremp auf ein ganzes Potpourri an Lebensstationen zurück. Geboren in den sechziger Jahren im Saarland, dem er bis heute familiär sehr verbunden ist, zog es seine Eltern und somit zwangsläufig auch ihn - rechtzeitig zum Beginn der Siebziger nach Stuttgart.

Schon zu dieser frühen Zeit begann er damit, Geschichten zu erzählen und Bilder zu entwerfen. Die Mittel waren damals andere, nämlich Licht und Celluloid, d.h. frühe Filmprojekte, und die Bühne, wo er sich in Shows und Performances inszenierte. Aber auch schon damals war sein Gespür für feine Zwischentöne und seine Faszination für das wirkliche Leben (sein roter Faden) sichtbar.

MIT SCHWUNG DURCH DIE ACHZIGER JAHRETypisch für die achziger Jahre waren seine "Ausflüge" in die Metropolen der Welt. Es zog ihn hin nach Paris, New York und London, wo er jeweils mehrere Monate lebte und erste Texte verfasste. Seine vielleicht überraschende Erkenntnis daraus war, dass es nicht sehr darauf ankommt, wo man lebt, sondern darauf, was man macht. Im Hinblick auf die heute voranschreitende Vernetzung der (westlichen) Welt eine geradezu visionäre Einsicht.

Hamburg - die neunziger Jahre - die Zeit, in der aus dem Spass Jobs wurden. Er arbeitete mit Agenturen, die Konzepte und tatkräftige Praktiker brauchten, die sie umsetzen. Seine Bühnen-Personality "Captain Paul" entstand, später auch "Mr.Bingo". Wie zum Ausgleich für diese expressiven Auftritte weitete sich auch sein zurückgezogenes Arbeiten immer mehr aus und er veröffentlichte sein erstes Buch. Seine Malerei, die er seit frühen Jahren betrieb, erfährt einen Wertewandel und er beginnt, sich wesentlich intensiver mit bestimmten Themen zu beschäftigen.

Diese Verschiebung zur konzentrierten und intimen Arbeit an Geschichten und Bildern verstärkt sich zum Ende des Jahrzehnts. Zurück im Schwäbischen, in Waiblingen - also nochmals deutlich näher hin zur Realität, die ihn so anzieht - entsteht sein zweites Buch "HEIM UND GARTEN" und die ausführliche Bilderserie "ARTE-FUCKED".

"Es kommt nicht darauf an, wo man lebt, sondern was man macht".

PAUL KREMPDieser Maxime folgend lebt er inzwischen in der Diaspora irgendwo zwischen München und Stuttgart, - und er hat auch im Tierheim einen Hund gefunden: Indi.

DER HUND INDI

Veit Kenner (April 2004)