ARTE-FUCKED
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ARTE-FUCKED : ZEICHNUNGEN ARTE-FUCKED : RADIERUNGEN ARTE-FUCKED : MOSAIKEN    

ZEICHNUNGEN

Der 1962 im Saarland geborene Künstler Paul Kremp hat sich unter anderem die Sexualität bzw. den Umgang des heutigen Menschen damit zum Thema gemacht. Er beobachtet, dass sich die ganze Welt um Sex dreht und dabei gleichzeitig jegliche Erotik verloren gegangen ist. Darstellungen von Sexualität begegnen uns auf Schritt und Tritt, in der Werbung, in den Medien... je direkter, platter, desto ein (oder besser auf-)dringlicher. Es wird uns vorgeführt, wie idealer Sex auszusehen hat, der Phantasie wird kein Raum mehr gegeben. Sexualität ist nur noch Projektion im Kopf, die real gar nicht mehr so geleistet und erlebt werden kann.

RADIERUNGEN

Kremp selbst lädt seine Werke erst recht sexuell auf:

„Das männliche Glied wird raumgreifend präsentiert, allein auf ganzer Fläche. Diese Abstraktion bezieht sich auf die Künstlichkeit des (homo)sexuellen Akts, der bar weiterführender Gefühle und Entwicklungen auf den entscheidenden Körperteil reduziert wird. Auch wenn viele Akteure sich selbst und den Akt zur Kunst erheben wollen: hier wie dort ist es doch nur Ministeck."

Joachim Bartholomae, Hamburg

MOSAIKEN

"Kremp will durch seine direkte und konkrete Darstellung den Finger in die Wunde legen, dem Betrachter vorführen, wie der Umgang mit der Sexualität heute ist. Die Gegenüberstellung von niedlichen, ja kitschigen Tiermotiven und Abbildungen von Geschlechtsteilen unterstreicht -gerade auch durch die Verwendung der Technik „Ministeck" (Inbegriff einer einerseits spießigen Hausfrauenästhetik und gleichzeitig Ausdruck eines kindlich unschuldigen Blickwinkels)- sein kritisches Anliegen. Indem er die Geschlechtsorgane bildnerisch ästhetisiert, so wie es die Naturvölker seit Urzeiten machen, nähert er sich gleichzeitig einer neuen natürlichen Erotik an."

Jürgen Bahr, Köln